Renovieren vor dem Verkauf: Wertsteigerung oder Geldvernichtung?

Der Gedanke liegt nahe: „Bevor ich meine Immobilie verkaufe, mache ich noch schnell die Küche neu und streiche die Fassade – dann bekomme ich sicher viel mehr Geld.“

Doch Vorsicht: Gut gemeinte Investitionen kurz vor dem Verkauf entpuppen sich oft als Verlustgeschäft. Als Immobilienexperten bei der VARIAS Immobilien AG erleben wir oft, dass Eigentümer viel Geld in Umbauten stecken, die der Markt nicht 1:1 honoriert.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Renovierungen sich wirklich lohnen – und wo Sie Ihr Geld lieber sparen sollten.

Der Unterschied zwischen „Wohnwert“ und „Verkaufswert“

Wenn Sie selbst in einem Haus wohnen, investieren Sie in Ihren persönlichen Wohnkomfort. Beim Verkauf zählt aber nur eines: Das Potenzial für den Käufer.

Geschmäcker sind verschieden. Die teure Landhausküche, die Sie wunderschön finden, ist für den jungen Käufer, der von einer minimalistischen Kochinsel träumt, vielleicht nur Ballast, den er herausreissen muss. Bauen Sie diese Küche für 25’000 CHF ein, wird der Käufer deswegen selten bereit sein, 25’000 CHF mehr zu bezahlen.

Finger weg von diesen „Geldverbrennern“

Folgende Massnahmen lohnen sich kurz vor dem Verkauf in der Regel nicht, da die Kosten meist höher sind als der erzielte Mehrwert:

  • Komplettsanierung von Küche oder Bad: Solange alles funktioniert, lassen Sie es so. Sauberkeit ist wichtiger als Modernität. Überlassen Sie die Stilfrage dem neuen Eigentümer.

  • Teure energetische Sanierungen: Eine neue Heizung oder Dachdämmung kostet schnell 30’000 bis 50’000 CHF. Diese Kosten lassen sich oft nicht voll auf den Verkaufspreis aufschlagen.

  • Exklusive Bodenbeläge: Teures Parkett zu verlegen, ist riskant, wenn der Käufer eigentlich lieber Plattenboden möchte.

Die „Kosmetik-Strategie“: Was sich wirklich lohnt

Anstatt gross umzubauen, sollten Sie auf optische Aufwertung setzen. Der erste Eindruck zählt, und hier erhalten Sie für wenig Einsatz oft einen grossen Hebel auf den Verkaufspreis:

1. Der Pinsel ist Ihr bester Freund Helle, weiss gestrichene Wände lassen Räume grösser, sauberer und freundlicher wirken. Wenn Sie Raucher waren oder kräftige Farben an den Wänden haben: Streichen Sie alles weiss. Das ist die Investition mit der höchsten Rendite.

2. Kleinreparaturen erledigen Der tropfende Wasserhahn, die klemmende Tür, die gesprungene Fliese, die lockere Fussleiste: Diese Kleinigkeiten kosten fast nichts zu beheben, senden aber ein fatales Signal, wenn sie ignoriert werden. Sie suggerieren dem Käufer: „Hier wurde sich nicht um das Haus gekümmert – was ist wohl sonst noch kaputt?“

3. Licht und Luft Putzen Sie die Fenster blitzblank. Ersetzen Sie defekte Glühbirnen durch helle Leuchtmittel. Ein helles Haus verkauft sich immer besser als ein dunkles.

4. Entrümpeln (Decluttering) Räumen Sie Keller, Garage und Estrich auf. Entfernen Sie zu viele persönliche Gegenstände und Möbel. Der Käufer muss Raum für seine eigenen Ideen haben, nicht Ihre Vergangenheit besichtigen.

Sonderfall: Das „sanierungsbedürftige“ Objekt

Ist Ihre Immobilie stark in die Jahre gekommen (Baujahr 1970er oder älter, kaum renoviert), ist es oft klüger, das Haus explizit als „Objekt mit Potenzial“ oder „Handwerker-Traum“ zu vermarkten.

Versuchen Sie hier nicht, Mängel zu vertuschen. Eine ehrliche Einpreisung des Sanierungsstaus schafft Vertrauen und zieht die richtige Zielgruppe an (z.B. Käufer, die sowieso alles entkernen wollen).

Fazit: Fragen Sie zuerst den Experten

Bevor Sie Handwerker beauftragen, lohnt sich ein Gespräch mit einem Immobilienprofi. Wir können Ihnen aus Erfahrung sagen, ob die Investition von 10’000 CHF den Verkaufspreis tatsächlich um 15’000 CHF hebt – oder ob Sie das Geld zum Fenster hinauswerfen.

Sind Sie unsicher, wie Sie Ihre Immobilie präsentieren sollen? Kontaktieren Sie die VARIAS Immobilien AG für eine unverbindliche Erstbeurteilung. Wir schauen uns Ihre Liegenschaft an und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung, welche Massnahmen für den optimalen Verkaufserlös notwendig sind – und welche nicht.